MediTECH Electronik GmbH - Warnke-Verfahren: Hören - Sehen - Bewegen

Sehnsucht nach den Verlorenen Tönen



Nach einer Ohr-Operation, die ihr einen gehörigen Teil ihrer Hörfähigkeit wiederherstellte, bemerkte Rosemarie K. ein für sie neues und denkbar unangenehmes Phänomen:

Wann immer sie besonders unter Stress geriet oder Situationen besonderer Ruhe (wie etwa vor dem Schlafengehen) erlebte, stellte sich bei ihr ein grell rauschendes, bisweilen auch pfeifendes Geräusch ein. Auch wenn sich Rosemarie K. die Ohren zuhielt – die Ohrgeräusche blieben bestehen.

Der Besuch mehrerer Fachärzte führte zu einer Reihe von Behandlungsmaßnahmen wie Verabreichung von Infusionen, durchblutungsfördernden Mitteln, hyperbare Sauerstofftherapie. Auch Akupunktur brachte ihr nicht die erhoffte Linderung dieser andauernden Störtöne. Nach einer Reihe von Monaten erklärte ihr Facharzt Rosemarie K., dass sie nun als „austherapiert“ gelte und sich von nun an bemühen müsse, „ganz einfach mit dem Störgeräusch zu leben“.

So wie Rosemarie K. geht es – mit unterschiedlich starkem Betroffenheitsgrad – nach Angaben des Grünen Kreuzes in Deutschland rund acht Millionen Menschen. Die unliebsamen Töne im Ohr entwickeln sich zu einem Belastungsfaktor, der bis hin zur Berufsunfähigkeit führen und den Menschen das Leben unerträglich machen kann.

Von einem besonders fortschrittlichen Facharzt aus der weiteren Region erfuhr Rosemarie K. von einer neuartigen Behandlungsform bei Ohrgeräuschen, die der einzelne Betroffene unter wiederkehrender ärztlicher Kontrolle weitgehend selbst durchführen konnte.

Zunächst wurde das Tinnitus-Geräusch in der Facharztpraxis mit Hilfe eines speziellen Diagnosegerätes (Tinnicur 4000) von Rosemarie K. nachgebildet. Sie stellte mit ärztlicher Hilfe Tonhöhe, die Art des Signals und die Lautstärke so lange ein, bis der hörbare Ton ihrem Geräusch nachgebildet war. Im nächsten Schritt bekam Rosemarie K ein mit diesen Daten programmiertes Trainingsgerät Tinnicur 600 mit nach Hause. Mit diesem hörte sie täglich in besonderer Weise gefilterte klassische Musik.

Hintergrund dieser Behandlungsform ist ein Phänomen, das die Mediziner als das „Organ-Gedächtnis“ bezeichnen: Mit jedem Lebensjahrzehnt nimmt die Hörfähigkeit eines Menschen altersbedingt um etwa 2.000 Hertz an der oberen Hörgrenze ab. Das bedeutet, dass gesunde Fünfzigjährige bei typischer Entwicklung noch bis etwa 10.000 Hertz hören. Nun bleiben auf manchen Frequenzen diese über Jahrzehnte hörbaren und nützlichen Informationen von den verantwortlichen „Haarzellen“ der Ohren aus. Die weitere Annahme ist, dass nunmehr die zentrale Hörverarbeitung entsprechende Signale „er filterte vorwiegend klassische Musik, die auf der Basis der zuvor ermittelten Werte ihres Ohrgeräusches verfremdet wurde.findet“, um die ausbleibenden Signale als Töne, Rauschen oder Zischen nachzubilden. Diese Erscheinung ließe sich vergleichen mit dem sogenannten Phantomschmerz nach der Amputation von Gliedmaßen. Folgerichtig könnte man diese Erscheinung als „Sehnsucht nach den verlorenen Tönen“ bezeichnen.

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