MediTECH Electronik GmbH - Warnke-Verfahren: Hören - Sehen - Bewegen
12-03-13

Musizieren bildet hirnübergreifende Netzwerke aus

Forscher des Max-Planck-Instituts haben nachgewiesen, dass zwei Gehirne eine gemeinsame Handlung koordinieren können. Was sich etwas futuristisch anhört, haben die Forscher mit einem Experiment belegt. Sie haben die Hirnwellen von Gitarristen mit Hilfe von Elektroden verfolgt, während diese ein Duett spielten. Dabei sind sie auf deutliche Unterschiede in der Hirnaktivität der Musiker gestoßen, je nachdem, ob diese den Ton angaben oder sich am Rhythmus ihrer Kameraden orientierten.
Damit geht der Impuls für das eigene Handeln nicht vom Geist des Einzelnen alleine aus, er kann vielmehr durch die koordinierte Aktivität der Gruppe gesteuert werden. Beim gemeinsamen Musizieren bilden sich hirnübergreifende Netzwerke aus. „Wir haben zwar an Musikern geforscht – ich nehme aber an, dass diese hirnübergreifende Vernetzung auch bei anderen Handlungen passieren kann“, sagt Studienautorin Johanna Sänger.
„Wir gehen davon aus, dass Hirnwellen unterschiedlicher Personen sich auch dann synchronisieren, wenn Menschen ihr Handeln auf andere Weise koordinieren, etwa beim Sport oder wenn wir miteinander kommunizieren“, sagt Sänger. Um ihre Hypothese zu überprüfen, dass zwei Gehirne sich synchronisieren können, teilten die Psychologen 32 geübte Gitarristen in 16 Duettpaare ein. Sie schlossen jeden der Musiker an 64 Elektroden an. Damit leiteten die Forscher über den ganzen Schädel verteilt die Aktivität der Hirnwellen in den einzelnen Regionen ab.
Die Probanden sollten insgesamt 60 Mal eine Rondo-Sequenz aus der Sonate in G-Dur von Christian Gottlieb Scheidler wiederholen. Die Aufgaben der zwei Musiker unterschieden sich ganz leicht: Sie sollten jeweils unterschiedliche Stimmen spielen. Einer der beiden war dafür verantwortlich, dass beide gemeinsam einsetzten und ein gemeinsames Spieltempo einhielten. Dieser übernahm also eine Führungsrolle, während der Mitspieler folgte. Dieser Unterschied spiegelte sich in den Ergebnissen der Hirnstrommessungen wider.
„Die Gleichschaltung der Hirnwellen, die wir an
einer einzelnen Elektrode gemessen haben, waren beim führenden Spieler
stärker ausgeprägt und im Gegensatz zum Folgespieler vor allem schon vor dem Spielanfang vorhanden“, sagt Sänger. Dies könne die Entscheidung des führenden Spielers reflektieren, jetzt mit dem Spielen anzufangen. Auch die Kohärenz der Signale zwischen verschiedenen Elektroden eines Duettpaares analysierten die Wissenschaftler und kamen zu einem bemerkenswerten Ergebnis:
Die Signale der frontalen und der zentralen Elektroden zeigten einen Zusammenhang während der Phasen, in denen die Musiker ihre Aktivität koordinieren mussten - und zwar nicht nur innerhalb des Kopfes eines einzelnen Spielers, sondern auch zwischen den Köpfen der beiden Duettpartner. „Wenn Menschen Handlungen miteinander koordinieren, entstehen kleine Netzwerke innerhalb des Gehirns und auch zwischen den Gehirnen - besonders dann, wenn die gegenseitige Abstimmung wichtig ist, zum Beispiel beim gemeinsamen Spielbeginn“, weiß Sänger.
MediTECH kann sich gut vorstellen, dass dies zugleich eine Erklärung für die erstaunlichen Wirkungen des synchronen Lateralsprechens vor allem in solchen Situationen darstellt, in denen die Modellstimme vom Trainer gesprochen wird und der Klient möglichst parallel mitspricht oder -liest.

<dir>

www.mpg.de/6628907/Gitarrenduett

</dir>

 



Nach oben   Inhalt drucken

Schnelleinstieg für Sie


Kontakt



MediTECH Electronic GmbH
Langer Acker 7
30900 Wedemark (OT Bissendorf)

Telefon:  +49 (0)5130-97778-0
Fax:   +49 (0)5130-97778-22

E-Mail: service@meditech.de


Kundenbereich



Passwort vergessen?

Termine



Keine Nachrichten in dieser Ansicht.

Mehr Termine