MediTECH Electronik GmbH - Warnke-Verfahren: Hören - Sehen - Bewegen
12-03-13

Lippenlesen hilft, Sprache in lauten Umgebungen zu verstehen

In einer lauten Umgebung kann Lippenlesen helfen, die Worte eines Gesprächspartners besser zu verstehen, belegen Forscher am Leipziger Max-Planck-Institut (MPI) für Kognitions- und Neurowissenschaften. Die Experten haben die neuronalen Grundlagen dieses Phänomens näher untersucht. Wörter und Lippenbewegungen können umso besser zugeordnet werden, je größer die Aktivität in einer bestimmten Region im Schläfenlappen des Gehirns ist.
„Indem unser Gehirn beim Lippen­lesen Informationen aus verschiedenen sensorischen Quellen verbindet, verbessert sich das Sprachverstehen. Aber kein Mensch kann nur auf das Lippenlesen angewiesen sein, denn manche Laute sehen gleich aus“, sagt Helen Blank, Wissenschaftlerin am Leipziger MPI.
Im Alltag versuchen Menschen selten bewusst, Lippen zu lesen. Doch sobald wir in einer lauten Umgebung sind, ist es hilfreich, dem Gesprächspartner auf den Mund zu schauen. Die MPI-Forscher machten ein Experiment: Versuchspersonen hörten zunächst kurze Sätze. Ihre Hirnaktivität wurde gleichzeitig mithilfe funktioneller Magnetresonanztomografie gemessen.
Im Anschluss folgte jeweils ein kurzes tonloses Video von einer sprechenden Person. Per Knopfdruck zeigten die Testpersonen, ob die Wörter und die Mundbewegung zusammengepasst hatten. War dies nicht der Fall, reagierte ein Teil des Netzwerks von Hirnarealen, das visuelle und auditorische Informationen verknüpft, mit erhöhter Aktivität und erhöhte seine Verbindung zu auditorischen Sprachregionen.
„Wahrscheinlich entsteht durch die akustische Vorinformation eine Erwartungshaltung darüber, welche Lippenbewegungen man sehen wird“, vermutet Blank. „Ein Widerspruch zwischen Vorhersage und dem tatsächlich Wahrgenommenen wird als Fehler registriert.“ Wie stark die Aktivität in diesem Areal ausfiel, hing direkt mit den Fähigkeiten der einzelnen Personen zusammen, Lippenlesen zu können. Je mehr Talent jemand hatte, desto häufiger lagen die Teilnehmer im Experiment richtig. „Bei den besten Lippenlesern wurde also ein besonders starkes Fehlersignal generiert“, sagt Blank.
Die obige Studie des MPI deckt sich in ihrer Kernaus­sage, dass nämlich bestimmte Lernvorgänge automatisch ungestörter und effizienter vollzogen werden, mit einer Feststellung im MediTECH-Grundkurs: Diese gründet sich auf eine bereits im Cerebral Cortex Advance Access am November 10, 2004 erschienenen Veröffentlichung von Prof. P.C. Fletcher „On the benefits of not trying“. Fletchers Team hatte Probanden die Aufgabe gestellt, eine von vier verschiedenfarbigen Tasten zu drücken, je nachdem, welches von vier Feldern auf einem Bildschirm hervorgehoben wurde. Sechs Minuten benötigte jeder Proband, um rund 300 Tasten, darunter 18 Wiederholungen einer bestimmten 10-Punkte-Folge, zu betätigen. Eine Teilgruppe der Probanden sollte versuchen, dieses Muster zu lernen, und eine zweite Gruppe sollte sich entspannen und nicht darum kümmern. Am Ende des Tests beendeten diejenigen, die nicht bewusst auf der Suche nach dem Muster gewesen waren, die Aufgabe mit einer um 40 Millisekunden kürzeren Reaktionszeit als diejenigen Probanden, die weisungsgemäß bewusst nach dem Muster gesucht hatten.

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www.mpg.de/6611431/lippenlesen

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