MediTECH Electronik GmbH - Warnke-Verfahren: Hören - Sehen - Bewegen

Training nach Warnke® (Ursachentherapie)



3. Teilfunktionen der zentralen Hörverarbeitung

Wir möchten Ihnen dazu soviel Informationen über die aus unserer Sicht wichtigsten auditiven Testmöglichkeiten bei verzögerter Entwicklung von Laut- und Schriftsprache so vorstellen, daß Sie eine Basis für Ihre Entscheidung erhalten, ob Sie sich auf diese Weise mit der Frage der Diagnose und des Trainings bei zentralen Hörstörungen / AVWS befassen und zu diesem Zweck vielleicht auch eines der zweitägigen Fortbildungen zum Warnke-Verfahren besuchen wollen.

Beginnen wir also, indem wir gemeinsam die nachstehende Liste betrachten, auf der sich fünf der wichtigsten und relativ rasch feststellbaren Auffälligkeiten bei AVWS, also bei "Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen", finden:

Es ist uns ein besonderes Anliegen, Ihnen möglichst anschaulich möglichst viele Ihrer eigenen Fähigkeiten auf diesen fünf Gebieten so zu verdeutlichen, daß Sie zumindest ein gutes Gespür dafür entwickeln können, ob Sie sich zu dieser Erweiterung Ihrer Kompetenz auf einem bisher für viele von Ihnen wohl eher fremden Gebiet entschließen wollen: Aus demselben Grunde werden wir bei jedem einzelnen Schritt auch die Höhe der erforderlichen Investitionen und den voraussichtlichen Zeitbedarf pro Kind angeben, den eine Lehrkraft, eine Therapeutin oder eine Arzthelferin aufwenden müßte:

3.1  Auditives Ortungsvermögen

Darunter verstehen die Psychoakustiker die Fähigkeit jedes Guthörenden, Richtungsunterschiede einer Schallquelle wahrzunehmen. Sie liegt im Vornebereich bei 2 Winkelgraden (!), seitlich bei 10 Winkelgraden und hinten bei 5 Winkelgraden. Nur dank dieser Fähigkeit sind wir überhaupt in der Lage, aus einem Störlärm eine gewünschte Schallquelle herauszuhören und zu verstehen. Das wird salopp als Partyeffekt bezeichnet; es stellt die ins Auditive übertragene Figur-Grundwahrnehmung aus dem visuellen Bereich dar. Eine Meßmethode ohne Hilfsmittel besteht darin, daß das zu testende Kind die Augen schließt und Sie aus verschiedenen Richtungen jeweils eine kurze Silbe vorsprechen. Das Kind soll dann genau in die Richtung deuten, aus der es die Silbe gehört zu haben glaubt. Noch genauere Feststellungen erlaubt die Verwendung eines sogenannten Rauschgenerators, der ein weißes Rauschen erzeugt und jeweils kurz aus verschiedenen Richtungen eingeschaltet wird. Das zu testende Kind zeigt auch hierbei mit geschlossenen Augen in die Richtung, aus der es die Tonbursts wahrgenommen hat. Der Preis dieses Rauschgenerators beträgt rund 100 Euro, der Zeitbedarf pro Kind liegt - einschließlich der nötigen Erläuterungen - bei etwa drei Minuten.

3.2  Tonhöhen-Unterscheidungsvermögen

Guthörende Menschen können mindestens Tonhöhenunterschiede zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tönen von 1 ... 2 % wahrnehmen, also angeben, ob der erste oder der letzte von zwei aufeinanderfolgenden Tönen der höhere bzw. der tiefere war. Kinder mit einer zentralen Fehlhörigkeit können dagegen sehr selten einen Halbtonschritt (entsprechend 5,9%), häufig sogar nicht einmal einen Ganztonschritt (entsprechend 12,2%) und manchmal sogar nicht einmal eine kleine Terz (18,9%) in dieser Weise voneinander unterscheiden. Das läßt sich leicht mit einem Spielzeug-Keyboard oder einem Glockenspiel feststellen. Auch der sogenannte „Viertongeber VTG-1000" in Anlehnung an eine Arbeit von Frau Prof. P. Tallal ist dafür geeignet. Investition für ein Spielzeug-Keyboard=etwa 30 Euro, für ein Glockenspiel=etwa 40 Euro, für den Viertongeber rund 50 Euro; Zeitbedarf - wieder einschließlich Erläuterungen - etwa drei Minuten. Ein systematisches Testen auf der Grundlage von Normdaten ist inzwischen mit dem Brain-Boy Universal PROFESSIONAL (BUP) möglich, der insgesamt acht verschiedene sogenannte Low-Level-Funktionen misst und auch trainiert.

3.3  Phonematische Diskrimination

->Laut-Unterscheidungsvermögen=Wahrnehmungs-Trennschärfe
Die Wahrnehmungs-Trennschärfe ist die Fähigkeit jedes Menschen, ähnlich klingende Laute voneinander zu unterscheiden. Herkömmlich wird sie häufig mit sogenannten Minimalpaaren, wie beispielsweise „Tanne-Kanne" oder „Nagel-Nadel", überprüft. Deutlich aussagekräftiger ist ein Wahrnehmungs-Trennschärfe-Test mit sinnfreien Wörtern, wie z. B. „ETI - EKI - EPI - EGI - ...", weil er einen Rückgriff auf den lexikalischen Wortschatz des Kindes ausschließt und in der typischen Akustik eines Klassenraumes in Kunstkopfstereofonie aufgenommen wurde. Er ist auf CD erhältlich und auf jedem normalen CD-Spieler abspielbar. Investition für CD-Spieler + zwei Kopfhörer + CD=etwa 250 Euro; Zeitbedarf etwa fünfzehn Minuten.

3.4  Auditive Ordnungsschwelle

Die Ordnungsschwelle ist diejenige Zeitspanne, die zwischen zwei Sinnesreizen mindestens verstreichen muß, damit wir sie getrennt wahrnehmen und in eine Reihenfolge, also eine Ordnung, bringen können. Die auditive Ordnungsschwelle liegt etwa ab dem neunten Lebensjahr zwischen 30 ... 40 Millisekunden, bei Sechsjährigen etwa um 60 Millisekunden. Bei sprachauffälligen Kindern ist sie zumeist um das Zwei- bis Dreifache verlangsamt. Messen läßt sich die Ordnungsschwelle am preisgünstigsten und zugleich mit einer für diesen Zweck guten Genauigkeit mit dem Brain-Boy® Universal, einem handgehaltenen Gerät mit kindgerechter Bedienung. Investition=180 Euro; Zeitbedarf etwa fünf Minuten für diese und jede weitere Low-Level-Funktion. Alternativ steht für Mediziner und andere Fachanwender der Brain-Boy Universal PROFESSIONAL (BUP) auch für diese Funktion als Testsystem mit automatischer Normdatenausgabe zur Verfügung.

3.5  Auditiv-motorische Umsetzung

Der amerikanische Wissenschaftler Prof. Peter H. Wolff von der Universität Harvard hat in mehreren Versuchsreihen nachgewiesen, daß sprachauffällige Kinder dann und nur dann ganz erhebliche Schwierigkeiten beim Umsetzen eines Metronomtaktes in synchrones Fingerklopfen haben, wenn sie aufgefordert werden, denselben Finger - z. B. den Zeigefinger - beider Hände abwechselnd genau im Takt zum Metronom zu benutzen. Stellen Sie das Metronom mittels seiner Skalierung zunächst auf 150 Schläge pro Minute; das entspricht einem Schlagabstand von 400 Millisekunden. Das sollte auch ein Kind mit zentralen Hörverarbeitungsproblemen noch schaffen. Ist dies der Fall, so erhöhen Sie in mehreren Schritten bis auf 270 Schläge pro Minute, entsprechend 222 Millisekunden. Sie werden ein Kind mit zentraler Fehlhörigkeit fast immer schon verloren haben. Investition=etwa 40 Euro; Zeitbedarf etwa fünf Minuten.

Fassen wir hier zunächst zusammen: Sie haben in fünf verschiedene Methoden hineingeschnuppert, die zusammengenommen eine recht zuverlässige Aussage über eine zentrale Fehlhörigkeit als mögliche Teilursache von Sprachauffälligkeiten erlauben und eine Gesamtinvestition von etwa 500 bis 1.500 Euro (je nach Ausstattungsgüte) erforderlich machen. Aber was raten Sie den Eltern eines Kindes, bei dem Sie solcherart eine zentrale Fehlhörigkeit festgestellt haben? Als eine mögliche und bisher in mehr als tausend Fällen erprobte Methode sollen Sie deshalb nun ein Trainingsverfahren kennenlernen, das basale Hörverarbeitungsproblem ebenso basal anpackt:


Nach oben   Inhalt drucken

Schnelleinstieg für Sie


Kontakt



MediTECH Electronic GmbH
Langer Acker 7
30900 Wedemark (OT Bissendorf)

Telefon:  +49 (0)5130-97778-0
Fax:   +49 (0)5130-97778-22

E-Mail: service@meditech.de


Kundenbereich



Passwort vergessen?

Termine



Keine Nachrichten in dieser Ansicht.

Mehr Termine