MediTECH Electronik GmbH - Warnke-Verfahren: Hören - Sehen - Bewegen

Training nach Warnke® (Ursachentherapie)



4. Das Trainingsverfahren

Das schwerpunktmäßig zunächst in der häuslichen Sphäre, inzwischen aber weitgehend auch schon in den Praxen von Ärzten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sprachheiltherapeuten und Legasthenietherapeuten eingesetzte Trainingsverfahren besteht - mit der Zielsetzung einer Verbesserung vor allem der Ordnungsschwelle und der Wahrnehmungs-Trennschärfe - aus zwei prinzipiell auch getrennt einsetzbaren, vorzugsweise aber zu kombinierenden Einzelbestandteilen:

1. Dem Training von Low-Level-Funktionen (etwa mit dem Brain-Boy für Kinder und dem Audio-Trainer AT-3000 für Erwachsene)

2. Dem gezielten Hirnleistungs- und Koordinationstraining mit dem AUDIO4LAB - Modul Alpha-Trainer

3. Dem visuellen Buchstabieren mittels Orthofix.

Weitere Maßnahmen werden je nach Testergebnis individuell zusätzlich herangezogen und empfohlen.

4.1 Ordnungsschwellen-Training

Da die Ordnungsschwelle nach jüngsten Erkenntnissen7sicher eine wichtige Voraussetzung in der zentralen Hörverarbeitung für eine einwandfreie Wahrnehmungs-Trennschärfe ist, bedarf es dazu eines eigens dafür entwickelten Gerätes. Das Trainieren der Ordnungsschwelle geht von der patentierten Lehre aus, durch einen Synergie-Effekt zwischen der zentralen Seh- und Hörverarbeitung die zumeist schnellere visuelle Ordnungsschwelle der betroffenen Kinder zur Beschleunigung ihrer langsameren auditiven Ordnungsschwelle zu benutzen. Der zuvor schon erwähnte Brain-Boy® arbeitet anfänglich in gleicher Weise wie bei der oben kurz erwähnten Messung der Ordnungsschwelle: Zunächst wird die auditive Ordnungsschwelle mit Hilfe von zwei aufeinanderfolgenden Klicks festgestellt, dann die visuelle mit zwei aufeinanderfolgenden Lichtblitzen. Beim eigentlichen Training wird die auditive Ordnungsschwelle mit Hilfe der visuellen verbessert: Das Gerät wird in eine neue Stellung VISUELL+AUDITIV umgeschaltet. Dabei nimmt das Kind den auditiven Sinnesreiz, also die beiden Klicks, absolut synchron mit dem visuellen Sinnesreiz wahr, also dem Aufleuchten der beiden Leuchtdioden. Bei vier zutreffenden Reaktionen verkürzt sich der Abstand zwischen den Reizen um 10 Millisekunden und verlängert sich bei einer falschen Reaktion um denselben Betrag. Das Erfreuliche und Überraschende:

Bei regelmäßigem Einsatz dieser gleichzeitigen auditiv-visuellen Übung erzielten die meisten bisherigen Benutzer des Brain-Boy® im Verlauf schon weniger Wochen deutlich bessere Werte sowohl ihrer auditiven als auch ihrer visuellen Ordnungsschwellen im Vergleich zu den ursprünglichen Messungen. Um diese Verkürzung aufrechtzuerhalten, muß natürlich für eine gewisse Zeit stetig weitertrainiert werden. Der Brain-Boy® ist etwa handtellergroß, arbeitet mit einer 9-Volt-Batterie für mehrere Monate und läßt sich selbst von Vorschulkindern schon leicht bedienen.

4.2 Training der Hemisphären-Koordination

Bei diesem Teil des Trainings wird von der begründeten Annahme ausgegangen, daß die Beeinträchtigung der zentralen Hörverarbeitung schwerpunktmäßig in der unzureichenden Koordination der beiden Hirnhemisphären begründet liegt. Ansatzpunkte dafür gibt es in einigen Untersuchungen 10, des oben bereits erwähnten amerikanischen Wissenschaftlers Prof. Peter H. Wolff. Deshalb werden in mehreren aufeinander aufbauenden Stufen mit wochenweiser Steigerung des Schwierigkeitsgrades verschiedene Übungen zum Mithören, Mitsingen und Mitsprechen angeboten. Das Charakteristische an diesem patentrechtlich geschützten Verfahren ist das stetige Hin- und Herwandern der über Kopfhörer angebotenen Lieder und Texte zwischen den beiden Ohren des trainierenden Kindes.

Im einzelnen hört das Kind über Kopfhörer zunächst über ein spezielles Gerät von einem CD-Spieler kommende Sing- bzw. Sprechtexte, beispielsweise die eigens dafür in Kunstkopf-Stereo-fonie aufgezeichneten Hifino-Geschichten, die also mit Hilfe des Gerätes in einem bestimmten zeitlichen Rhythmus zwischen seinen beiden Ohren hin- und herpendeln. Sobald das Kind dazu in der Lage ist, soll es diese Texte auch in ein Mikrofon mitsingen bzw. mitsprechen oder nachsprechen, wobei seine eigene Stimme ebenfalls - und zwar gegenläufig zur Modellstimme von der CD zwischen seinen beiden Ohren hin- und herpendelt: Wenn also die Modellstimme beispielsweise gerade von rechts kommt, hört das Kind seine eigene Stimme von links; während die Modellstimme nach links überwechselt, kommt ihm die eigene Stimme von links nach rechts entgegen. So werden ständig bestehende neuronale Verknüpfungen verstärkt und neue Verknüpfungen geschaffen. Dieser Teil des Trainings wird von den zahlreichen bisher damit bereits arbeitenden Kindern und teilweise auch Erwachsenen so bewertet, daß sie dadurch eine ganz neue Beziehung zur Sprache und mehr Sicherheit im Umgang mit ihrer eigenen Sprache gefunden haben. Eine Umfrage bei 50 Familien nach sechsmonatigem Training ergab bereits Verbesserungen der Leseleistungen bei 94% der Trainierenden und Verbesserungen der Rechtschreibleistungen bei 86% der Trainierenden.

4.3 Einsatzmöglichkeiten in der häuslichen Sphäre und in der Therapiepraxis

Die beiden oben beschriebenen Trainingsverfahren sind ursprünglich mit der Zielsetzung entstanden, in der häuslichen Sphäre eine bestehende und fortzuführende Betreuung durch Logopäden, Sprachheiltherapeuten, Legasthenietherapeuten und vergleichbare Berufe flankierend zu unterstützen. Inzwischen aber sind bereits zahlreiche Angehörige dieser Berufsgruppen dazu übergegangen, auch in ihre Therapien bestimmte Elemente aus den vorstehend geschilderten Methoden einzubeziehen. Da die vollständige Beschreibung dieser Möglichkeiten den Rahmen dieses grundsätzlichen Beitrages sprengen würde, seien abschließend hier nur einige dieser Möglichkeiten stichwortartig vorgestellt:

Für Vorschulkinder und Erstkläßler, die noch nicht lesen können, wird eine in Kunstkopfstereofonie aufgezeichnete CD mit 36 Kinderliedern im Ambitus von Fünf- bis Siebenjährigen verwendet, bei denen die trainierenden Kinder mitsingen. - Übungsdiktate werden über Kopfhörer angesagt, wobei natürlich die Stimme der Therapeutin zwischen den beiden Ohren des Kindes hin- und herwandert, während gleichzeitig eine dosierbare räumliche Störgeräuscheinblendung die Figur-Grund-Wahrnehmung des Kindes schult. - So entstandene Diktate werden durch Schüler und Therapeutin über zwei Mikrofone synchron „nachgelesen", wobei die Therapeutin bei einem Fehler nur kurz innehält, um dem Schüler die Chance zum eigenständigen Erkennen des Fehlers zu geben. - Lautsprachliche Arbeit wird durch „Synchronsprechen" von Therapeut und Kind motivierender und effizienter. - Weitere Informationen über die erwähnten Diagnose- und Trainingsausrüstungen sowie über zweitägige Fortbildungsseminare auf diesem Gebiet können Sie direkt vom Verfasser abfordern.


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